Konfliktlösung am Arbeitsplatz: Besprich dich mit deiner Führungskraft

Die Lösung von Konflikten am Arbeitsplatz ist von enormer Wichtigkeit, um den Zusammenhalt von Arbeitsteams zu erhalten und ein möglichst positives Arbeitsumfeld zu schaffen. Konflikte sind ein fester Bestandteil menschlicher Beziehungen, auch am Arbeitsplatz. Daher kommt es zwangsläufig von Zeit zu Zeit zu Arbeitskonflikten zwischen zwei Menschen, die Seite an Seite arbeiten müssen, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

Die meisten Konflikte lassen sich in der Regel leicht zwischen den beteiligten Parteien lösen und führen nicht zu weiteren Komplikationen. Ein Mangel an Zusammengehörigkeitsgefühl im Team sowie bestimmte Verhaltensweisen bei der Bewältigung gemeinsamer Aufgaben können jedoch zu hartnäckigen Konflikten führen, die von einer Führungskraft geschlichtet werden müssen, um weiteren Schaden zu vermeiden.

Wie sich Konflikte bei der Arbeit mit Hilfe deiner Führungskraft lösen lassen

Es ist nicht leicht, den Vorgesetzten mitzuteilen, dass du ein ernstes und (bisher) unlösbares Problem mit einem anderen Teammitglied hast. Am besten überlegst du dir genau, welchen Teil der Situation du zur Sprache bringen und wie du dabei vorgehen willst. Im Normalfall werden solche Themen bei Leistungsbeurteilungsgesprächen angeschnitten. Wenn für dich in nächster Zeit keines ansteht, ist es sinnvoll, um ein solches Gespräch zu bitten, damit der Konflikt nicht noch weiter eskaliert.

Im Folgenden findest du 7 Anregungen, um Arbeitskonflikte effektiv und selbstbewusst zu lösen. 

1. Greife die andere Partei nicht direkt an

Selbst wenn du absolut im Recht bist, hört keine Führungskraft gerne, wenn ein Teammitglied die Einstellung oder Leistung einer Kollegin oder eines Kollegen offen kritisiert. Für Vorgesetzte ist dies ziemlich unschön und es trägt nicht dazu bei, dass er oder sie sich auf deine Seite schlägt oder sich in dich hineinversetzt.

Besser ist es, den Konflikt auf eine ruhige und besonnene Art zur Sprache zu bringen, ohne dabei abzuwerten oder eine zu harsche Sprache zu verwenden. Diese Herangehensweise erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dein Gegenüber dir aufmerksam zuhört und versteht, was du vermitteln willst.

2. Stelle deine Vorgesetzten nicht in Frage, indem du sie für ein Machtvakuum verantwortlich machst

Bei der Lösung von Konflikten am Arbeitsplatz kann es passieren, dass uns aus Versehen direkt oder indirekt Andeutungen bezüglich der Verantwortung unserer Führungskraft für eine Meinungsverschiedenheit mit einem Teammitglied entgleiten: Niemand setzt dieser Person Grenzen, niemand klärt sie über ihre Aufgaben und den Umfang ihrer Verantwortung auf, sie benimmt sich, als hätte sie Autorität über andere, ohne Konsequenzen …

Egal, ob das der Wahrheit entspricht oder nicht, du solltest dir darüber im Klaren sein, dass deine Führungskraft das so interpretieren könnte, dass du ihr/ihm die Schuld für das gibst, was zwischen euch vor sich geht. Wenn dabei der Eindruck entsteht, dass du sie/ihn verurteilst, wird es für sie/ihn sehr schwierig sein, sich auf deine Seite zu stellen und dir bei der Suche nach einer Lösung für deine Arbeitskonflikte zu helfen.

3. Beschreibe Verhaltensweisen anstatt persönlicher Eigenschaften

Wenn wir sehr wütend auf eine Kollegin oder einen Kollegen sind oder ihr/sein Verhalten uns auf die Palme bringt, entladen wir unseren Konflikt oft, indem wir detailliert alle charakterlichen Mängel dieser Person beschreiben, so dass die sachlichen Aspekte des Konflikts in den Hintergrund geraten.

Selbst wenn du mit deinen Ansichten Recht hast, solltest du die Situation in objektiven Begriffen formulieren, die deine Führungskraft leicht interpretieren kann, und keine persönlichen Abneigungen äußern. Das könnte den Eindruck vermitteln, das einzige Problem bestünde darin, dass du deine Kollegin oder deinen Kollegen nicht magst. Konzentriere dich deshalb so gut es geht auf das Verhalten des anderen Teammitglieds und nicht auf seinen Charakter. Beschreibe das Verhalten der Person und kritisiere sie nicht persönlich.

4. Biete realistische Lösungen an

Für die Lösung von Arbeitskonflikten ist es wichtig, das Problem konkret zu beschreiben und Lösungsvorschläge zu machen. Wenn möglich, solltest du dein Anliegen mit einem konstruktiven Vorschlag abschließen. Dadurch vermittelst du deiner Führungskraft, was deiner Meinung nach die beste Lösung zur Beilegung der Arbeitsstreitigkeiten ist.

Natürlich sollte das nicht so klingen, als würdest du deiner oder deinem Vorgesetzten sagen, was sie oder er zu tun hat, oder ein Ultimatum für eine Entscheidung stellen. Mach einfach einen Vorschlag, den du für angemessen hältst und den du gerne mit deiner Führungskraft besprechen würdest, sofern er für alle Beteiligten von Nutzen ist.

5. Kombiniere Mut und Ehrlichkeit mit Diplomatie

Wenn du deinen Vorgesetzten mitteilst, dass es dir unangenehm ist, mit einem bestimmten Teammitglied zusammenzuarbeiten, oder wenn du sie für dich gewinnen willst, um arbeitsbezogene Konflikte im Team zu lösen, musst du den richtigen Umgangston finden, der die verschiedenen Botschaften gut verständlich macht.

Wenn dein Ton zu herzlich oder zu zurückhaltend ist, verfehlst du wahrscheinlich die eigentliche Botschaft, die du deiner Führungskraft vermitteln willst. Wenn du jedoch zu energisch bist, kann dein Ton aggressiv und eher negativ wirken, so dass die richtige Botschaft auch nicht ankommt. Du musst eine Mischung aus Entschlossenheit und einer konstruktiven Haltung finden.

6. Passe den Inhalt deiner Beschwerden an dein Gegenüber an

Um offene Arbeitskonflikte mit einem anderen Teammitglied zu lösen, kann es erforderlich sein, dass du sie mit einer oder einem gemeinsamen Vorgesetzten besprichst. Um dein Ziel zu erreichen, musst du dir jedoch überlegen, wann du das Thema ansprichst, wie du es angehst und ob du es mit der richtigen Person besprichst.

Wenn du dich mit dem Konflikt an eine Person wendest, der über deiner oder deinem Vorgesetzten steht, wird sie (zu Recht) denken, dass du die Weisungskette umgehst. Wenn du das Thema mitten in einer Besprechung ansprichst, die nichts mit dem Thema zu tun hat, oder zu einem Zeitpunkt, an dem die oder der Vorgesetzte nicht für ein Gespräch zur Verfügung steht, sinken deine Erfolgsaussichten ebenfalls.

7. Führe vor dem Treffen mit deiner Führungskraft eine Generalprobe durch

Angesichts des heiklen Themas ist es eine gute Idee, mit einem vertrauenswürdigen Teammitglied zu üben, was du sagen wirst. Auf diese Weise kannst du herausfinden, wie deine Ansichten klingen, sicheres Feedback erhalten und dich vergewissern, dass die beabsichtigten Worte und der angeschlagene Ton stimmig und dem angestrebten Ziel angemessen sind.