Der Begriff „Angstzustände“ ist für uns inzwischen ein ganz normaler Ausdruck. Er dient nicht nur als Titel für Boleros (spanischer Song Ansiedad), sondern scheint sich auch zu einem der großen Übel unserer Zeit entwickelt zu haben.
Genau wie beim Stress kann ein bisschen Angst nicht schaden, denn würden wir uns nie Sorgen machen und wären wir dadurch nicht ausreichend mobilisiert, könnten wir gar nicht aus dem Bett aufstehen, alles ginge viel zu langsam und wir wären nicht einmal in der Lage, zwei und zwei zusammenzuzählen. Um zu funktionieren, braucht unser Körper ein gewisses Maß an Druck. Dabei verfügt er über die erforderlichen Mechanismen, um sich selbst in Schwung zu bringen, seine Aufgaben zu erfüllen und anschließend wieder so weit wie nötig herunterzufahren.
Manchmal sind die Schrauben und Muttern dieser Mechanismen jedoch nicht richtig eingestellt (sie können sich lockern oder zu fest angezogen sein, einige können sich sogar ganz lösen). In diesem Fall verliert unser Aktivierungs-/Deaktivierungsschema seinen Nutzen für uns und beginnt, Probleme zu verursachen. Deshalb steigt die Nachfrage nach Online-Therapien zur Behandlung von Angsterkrankungen stetig an.
Angstzustände entstehen, wenn normale oder kontrollierbare Ängste überhandnehmen. Wir geraten in einen Zustand der Unruhe, Sorge und körperlichen Mobilisierung, der keinerlei Nutzen bringt, uns zermürbt und, wenn er zu sehr außer Kontrolle gerät, zu einem ernsten Problem für die Gesundheit werden kann.
Wenn du den Eindruck hast, dass dein Angstlevel übermäßig hoch ist, macht sich dies wahrscheinlich in deinem Körper, deinen Gefühlen und deinem Verstand bemerkbar. Die Symptome sind nicht bei allen Menschen gleich. Manche Betroffene entwickeln Verdauungs- oder Hautprobleme oder sie schlafen schlecht. Ihr Gedankenkarussell dreht sich in einem fort und sie wissen nicht, wie sie abschalten sollen. Wahrscheinlich stellst du aber auch fest, dass du dich entweder über etwas (oder alles) Sorgen machst oder dass du erfolglos versuchst, zu viele Dinge zu kontrollieren. Dafür gibt es einen guten Grund: Diese Unruhe ist ein enger Verwandter der Angst.
Jeder Mensch ist so, wie er ist, und daran ist nichts falsch. Wenn du zu den besonders rastlosen, aktiven Menschen gehörst, die dazu neigen, sich zu viele Sorgen zu machen oder sich zu sehr zu quälen, ist es außerdem unsinnig, zu versuchen, von heute auf morgen ein Meister der Ruhe und Entspannung zu werden. Es ist jedoch wichtig, dass du nach Wegen suchst, um dich besser zu fühlen, denn übertriebene Ängste, die über einen längeren Zeitraum anhalten, schaden deiner Gesundheit. Denk daran, dass wir nicht auf der Welt sind, um uns ständig Sorgen zu machen oder zu quälen, sondern um das Leben zu leben, ohne in allem eine Bedrohung zu sehen.
- Der erste Schritt ist, innezuhalten. Wenn du es schaffst, innezuhalten, und sei es auch nur für fünf Sekunden, hast du bereits den ersten Schritt unternommen, um den Knoten, der sich in deinem Inneren zusammenzieht, zu lösen. Es geht nicht darum, einfach nur festzustellen, dass dich Ängste quälen, sondern dir dessen voll und ganz bewusst zu werden, und sei es auch nur für diese fünf Sekunden.
- Kämpfe nicht gegen deine Angstgefühle an, sonst gießt du nur Öl ins Feuer. „Krieg dem Krieg“ mag ein tolles Motiv für ein Graffiti sein, aber es wird dir nicht helfen, dich zu entspannen. Wenn du dich mit deinen Angstzuständen anlegst, kämpfst du nur gegen dich selbst. Das ist keine besonders liebevolle Art, mit dir selbst umzugehen. Sie wird dir auch nicht helfen, dich zu entspannen, sondern deine Anspannung nur noch verstärkt.
- Versuch es stattdessen mit dem Gegenteil. Dulde diese Unruhe, die dich innerlich zu erdrücken scheint, ein wenig und gib ihr etwas Raum, anstatt sie zu verdrängen, und halte dann wieder inne. Die Angstgefühle suchen dich heim, aber damit sie nicht von dir Besitz ergreifen, lass sie dich ein wenig stören und halte dann inne.
- Überprüfe deine täglichen Gewohnheiten, die dieses Gefühl vielleicht noch verstärken. Triff konkrete Entscheidungen, verzichte möglichst auf alles, was unnötig ist oder dich überfordert. Pass auf dich auf – folge einem geregelten Tagesablauf, iss ausgewogen und achte vor allem auf deinen Schlaf, denn Schlafmangel belastet uns viel mehr als fehlende Nahrung.
- Nutze deinen Körper, um dein Angstlevel zu regulieren. Dazu gehört nicht nur das ständige Wiederholen von „Entspann dich, entspann dich, entspann dich“, sondern wirkliche Entspannungsübungen (z. B. Übungen zur Tiefenatmung). Das lässt sich mit bestimmten Sportarten kombinieren, die dir helfen, überschüssige Energie abzubauen.
- Erlerne eine Meditationstechnik. Manche Meditationen lassen sich sehr leicht durchführen. Auch wenn sie sich nicht immer entspannend anfühlen, helfen sie dir, dein inneres Unbehagen zu ertragen und bestimmte Dinge, die dich beunruhigen, aus der richtigen Perspektive zu betrachten.
Denk daran, dass es bei aller Eile und Hast vor allem um dein Wohlbefinden geht. Wenn du das Gefühl hast, der Umgang mit deinen Angstzuständen wird immer schwieriger, dann wende dich am besten an einen Experten, der dir hilft, zu verstehen, was mit dir los ist und wie du das Problem lösen kannst.