Den Geist in Form zu halten ist genauso wichtig wie die Pflege der körperlichen Gesundheit. Aber man muss wissen, wie das geht. Wir tun jeden Tag so viele Dinge – sogar mehr, als wir uns zumuten können oder sollten – dass man denken könnte, schon allein dieser tägliche Trubel hielte den Geist in Form. In Wirklichkeit verwechseln wir jedoch oft Hyperaktivität und Erschöpfung mit einem gestärkten und gut trainierten Geist.
Aus diesem Grund geben wir dir im Folgenden 6 einfache Gewohnheiten an die Hand, mit denen du deinen Geist gesund hältst, ihn richtig mobilisierst und den Herausforderungen des Alltags gewachsen bist, ohne deine tägliche Routine großartig zu verändern. Versuche, sie nach und nach umzusetzen. Sie sind für jeden realisierbar und werden mit Ausdauer und Konsequenz einen positiven Einfluss auf deine Gesundheit haben.
Wie man den Geist fit hält
1. Beschäftige dich mit irgendeiner Art von Denkarbeit
Wir alle wissen, wie anstrengend unser Alltag ist und dass unsere beste Freundin, wenn wir spätnachmittags (oder abends) nach Hause kommen, die Fernbedienung ist. Manchmal ist Fernsehen, vor allem ein lockeres Programm, das uns einfach nur unterhält, eine gute Möglichkeit, den geistigen Druck auf unseren ohnehin schon überlasteten Kopf abzubauen.
Trotzdem ist es wichtig, dass du eine Aktivität in deine Gewohnheiten einbaust, die dich auf einer etwas anspruchsvolleren Ebene als der reinen Unterhaltung stimuliert. Lesen ist das Paradebeispiel für eine Tätigkeit, die eine gewisse kognitive Anstrengung erfordert; ganz im Gegensatz zum Fernsehen, das oft angenehmer ist, weil es so gut wie keine Fantasie erfordert.
Keine Sorge, um deinen Geist anzuregen, musst du dich nicht mit einem intellektuell anstrengenden Buch herumschlagen, das dich langweilt oder das du nicht verstehst. Es kann auch ein lustiges Buch sein, das dich täglich in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit eine Weile beschäftigt. Es gibt aber auch andere Zeitvertreibe, die du nicht nur im Urlaub am Strand machen kannst. Dazu gehört alles von einer Buchstabensuppe für Kinder bis zu einem riesigen Sudoku.
Außerdem kannst du jederzeit Ausstellungen besuchen, eine Aktivität planen und durchführen, die du noch nie zuvor gemacht hast, oder – wenn du nicht auf den Fernseher verzichten willst – dir Dokumentationen oder Filme zu Themen ansehen, die dich interessieren.
Wann warst du das letzte Mal im Theater oder in einer anderen Vorstellung? Ist es nicht langsam mal wieder an der Zeit? Es ist nicht nur sehr erfüllend, sondern auch eine gute Möglichkeit, aktiv zu bleiben und nicht nur passiv auf die Fernbedienung zu drücken, wenn dir langweilig ist oder du völlig erschlagen nach Hause kommst.
2. Meditiere, um deinen Geist fit zu halten
Wir haben dieses Thema hier im Chat bereits mehrmals angesprochen. Das Trainieren deiner Fähigkeit, bewusst deine innere und äußere Realität wahrzunehmen, ist eine Gewohnheit, die neben sonstigen angenehmen Effekten auch einen positiven Einfluss auf deine Gehirnaktivität hat und durch kontinuierliches Üben nach und nach einige Facetten deiner Stimmungslage und Persönlichkeit verfeinert.
Denk daran, dass Achtsamkeit die Herangehensweise, mit der du Ereignisse in deinem täglichen Leben beurteilst und bewertest, beeinflusst. Außerdem lichtet sie den Dschungel deiner Gedanken und verhilft dir zu mehr Herzlichkeit, was deine täglichen Interaktionen und Beziehungen bereichert. Zudem fördert sie deine Leistung, indem sie deine Aufmerksamkeit erhöht und dir hilft, die erfassten Informationen besser zu verarbeiten. Beim Meditieren geht es nicht nur darum, ein paar Minuten still zu sitzen und zu sehen, was passiert: Wenn du durch Achtsamkeitsübungen mit dir selbst in Verbindung trittst, kannst du auch deinen Geist anregen.
3. Nutze deine Kreativität
Stricken, Möbel umstellen, eigenhändig ein Geschenk für jemanden basteln, Mandalas ausmalen (die auch zur Meditation genutzt werden können), ein neues Gericht kochen (wenn du Anfänger bist, am besten ein einfaches) … All das sind Aktivitäten, die dir helfen können, mental fit zu bleiben.
Überlasse nicht alles den anderen. Manchmal erfordern so einfache Gewohnheiten wie das Erledigen von Einkäufen und die Zubereitung von Mahlzeiten, die über einen einfachen Snack hinausgehen, Fähigkeiten für Planung und Ausführung, die viel anspruchsvoller sind, als sie erscheinen.
Nimm dir neue Projekte vor: ein Museum, das du gerne besuchen würdest, eine Reise, die du gerne machen würdest, oder einen Kurzurlaub, der auch sehr bereichernd sein kann, einen Kurs, den du gerne belegen würdest … Stell dich Herausforderungen, die überschaubar, aber komplex genug sind, um dich zu „reizen“. Sobald du dich für etwas entschieden hast, solltest du es in Angriff nehmen. Der Knackpunkt ist, dass du etwas tust, was du noch nie zuvor getan hast, sei es nur ein Spaziergang durch ein unbekanntes Viertel in deiner Stadt. (Wenn du dort nichts Interessantes findest, wirst du wahrscheinlich nie wieder dorthin zurückkehren, aber wenn dir das Viertel gefällt, kann dies eine große Veränderung bewirken. So oder so werden dir deine Gehirnzellen für die Dosis an neuen Eindrücken an diesem Tag danken.) Wer das Unbekannte durchquert, auch im wörtlichen Sinne, fördert gleichzeitig seine Kreativität.
4. Halte dein Zuhause sauber und aufgeräumt
Möbel, Papiere, Kleidung, Kochtöpfe und Pfannen. Es geht nicht darum, dass du dich über den kleinsten Fussel im Flur aufregst oder Albträume von deiner Zeit als Teenager bekommst, als es eine Todsünde war, dein Bett nicht gemacht und deine Sachen chaotisch in jeder Ecke deines Zimmers verteilt zu haben.
Es geht um etwas viel Subtileres. Die Ordnung unserer äußeren Welt, also der Raum, den wir bewohnen, ist oft ein genaues Abbild der Ordnung unserer inneren Welt. Uns allen ist bewusst, dass unser Chaos eine Art paradoxe Ordnung der Dinge darstellt, in der alles seinen Platz hat, den du selbst auf wundersame Weise kennst … Das ist schön und gut, bis du eine Stunde brauchst, um das eine T-Shirt zu finden, das partout nicht auftauchen will, oder um einen Umschlag zu suchen, in dem du dieses eine wichtige Dokument verschicken kannst, ohne noch mehr Zeit zu verlieren.
Mal ganz ehrlich: Wenn unsere Sachen sinnvoll und geordnet platziert sind, wirkt sich das viel positiver auf deinen Geist – und deine Stimmung – aus, als wenn du von Schmutz, Unordnung oder Chaos umgeben bist. Vom Kühlschrank bis zum Schreibtisch, vom Bett bis zum Sofa: Durch ein angemessenes Maß an Ordnung und Sauberkeit fühlst du dich besser, bist effizienter und findest schneller, was du suchst.
5. Führe ein aktives soziales Leben
Es ist ein altes Grundprinzip der Psychologie: Der Mensch ist der komplexeste Anreiz, den es gibt … vor allem für ein anderes menschliches Wesen. Das bezieht sich auf mehrere Bereiche und einer davon ist eng mit der Gesundheit verknüpft. Das ist ganz richtig: Die seelische Gesundheit lässt sich unter anderem daran messen, wie gesund unsere Freundschaften, Familie, Partnerschaft und andere Beziehungen sind.
Ein bisschen Alleinsein ist völlig in Ordnung, und es ist wichtig, dass du weißt, wie du Zeit mit dir selbst verbringen kannst, ohne krampfhaft die Gesellschaft anderer Menschen zu suchen. Allerdings solltest du – besonders wenn du dazu neigst, dich zu isolieren oder dich zurückzuziehen – nicht vergessen, dass menschliche Interaktionen dazu beitragen, die komplexe Maschinerie unseres Gehirns in Gang zu halten.
Es ist natürlich auch toll, mit deinem Haustier zu kommunizieren und eure gemeinsame Zeit zu genießen … aber verliere nicht den Bezug. Rede mit Menschen, nimm dir Zeit für sie und verabrede dich mit ihnen, teile, wenn möglich, angenehme Aktivitäten mit deinen Mitmenschen. Besinnliche Stille ist etwas Wunderbares, aber Menschen sind darauf ausgelegt, sich zu unterhalten, sich zu treffen und sich gegenseitig zu helfen. Der ständige und bereichernde soziale Kontakt zu anderen ist eine wirklich gesunde Angewohnheit. Wenn du mit anderen Menschen zusammen bist, öffnest du dich für neue Dinge, hast Spaß, bekommst Hilfe und lernst neue Orte kennen. Zwischenmenschlicher Kontakt, egal in welcher Form, ist eine der einfachsten und natürlichsten Methoden, um unseren Geist zu stimulieren.
6. Mach Sport
Sport ist unterhaltsam und anstrengend, fördert die zwischenmenschliche Interaktion, wenn du ihn zusammen mit anderen Menschen treibst, und verändert deinen Körper nicht nur äußerlich, sondern auch von innen. Und nein, gemeint ist nicht nur die Leistungsfähigkeit deines Herz-Kreislauf-Systems oder die Stärke deiner Muskelfasern, sondern auch die Auswirkungen, die die Kilometer auf dem Laufband oder die wöchentliche Anstrengung auf dem Rudergerät auf dein Gehirn haben.
Denke daran, dass bei körperlicher Betätigung, vor allem wenn sie intensiv ist, eine Reihe von chemischen Substanzen ausgeschüttet werden. Diese wirken als Neurotransmitter und aktivieren die Übertragung von Informationen von einer Nervenzelle zur anderen. Das Gehirn ist zwar technisch gesehen kein Muskel, den du trainierst, wie jemand, der seinen Bizeps durch Krafttraining vergrößert. Aber es ist auch ein Organ, das du durch richtige und kontrollierte körperliche Betätigung trainieren und in Form halten kannst.
Das waren nur 6 Tipps, die dir helfen können, deinen Geist in Form zu bringen und fit zu halten. Wir ermutigen dich, sie auszuprobieren und – sollten sie nicht das Richtige für dich sein – dir andere zu suchen, die dich geistig mobilisieren. Das kommt deiner Gesundheit zugute und macht sich auch äußerlich bemerkbar.