Teamarbeit richtig gemacht

Sowohl im Beruf als auch an der Schule oder Uni erwartet uns früher oder später die Gruppenarbeit. Dabei geht es darum, eine Aufgabe, ein Projekt oder ein Ziel durch die Zusammenarbeit mehrerer Personen zu bewältigen.

Das Gute an der Teamarbeit ist, dass die Arbeitslast auf mehrere Personen verteilt wird und man am Ende deutlich vielseitigere Ergebnisse erhält, als wenn man die Arbeit allein gemacht hätte. Der Nachteil ist, dass man nicht immer die Möglichkeit hat, die optimalen Partner für die Arbeitsgruppe auszuwählen, und dass nicht jeder perfekt mit unserer eigenen Arbeitsweise harmoniert. Dennoch gilt es, eine vernünftige Vorgehensweise zu finden, denn die Arbeit ist zu einem bestimmten Abgabetermin fällig, das steht nicht zur Debatte.

Gefragt ist gezielte, respektvolle und konstruktive Kommunikation

Die Bearbeitung eines kleinen oder großen Projekts in einem Arbeitsteam kann deine Energiereserven schnell aufzehren, deine psychische Gesundheit erschöpfen oder gar zur Auflösung der Gruppe führen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, findest du im Folgenden 4 Tipps, die jeder – in erster Linie du selbst – von Anfang an beherzigen sollte, um die Erfolgswahrscheinlichkeit bei der Teamarbeit zu erhöhen. Wenn du diese Tipps nicht ganz verstehst oder das Gefühl hast, dass die Dinge definitiv aus dem Ruder laufen, vergiss diesen Artikel und nutze den Joker einer guten therapeutischen Betreuung.

4 Tipps für gute Teamarbeit

Gezielte Kommunikation

Dazu braucht es – jawohl, erneut das Zauberwort: Durchsetzungsvermögen. Ein Wort, das wir unermüdlich wiederholen, denn Durchsetzungsvermögen steht unter anderem für einen gezielten, respektvollen und konstruktiven Kommunikationsstil.

Es kann sozusagen eine Art Lebensversicherung für das Team  zum erfolgreichen Einhalten des Abgabetermins werden. Denn eines ist sicher: Eine Gruppe, deren Mitglieder sich gegenseitig niedermachen, anstatt für das Gemeinwohl und die gemeinsamen Ziele zusammenzuarbeiten, entfernt sich Schritt für Schritt vom Erfolg und vom Wohlergehen ihrer Mitglieder und steuert auf einen Fehlschlag oder zumindest auf einen ordentlichen Dämpfer zu.

Im Theater sagt man auch „alles zugunsten des Stücks“, d. h.alle rudern zusammen in die gleiche Richtung, damit das Boot vorankommt. Daher gilt: Wir können das Ziel (eine gute Arbeit leisten und pünktlich abliefern) nicht erreichen, wenn wir uns gegenseitig angreifen, wenn wir nur unsere eigenen Vorstellungen durchsetzen wollen, wenn wir alle fünf Minuten schmollen, anstatt Lösungen anzustreben.

Gute Organisation

Eine Arbeitsgruppe ist kein Hühnerhof!

Nach Bildung der Gruppe sollte man am ersten Tag genügend Zeit zur Konzipierung des Projekts und zur gerechten Verteilung der Aufgaben aufwenden. Legt die Ziele der Arbeit fest und entscheidet, wie tief ihr in die Materie eintauchen wollt. Das muss nicht unbedingt mit dem von euch gewünschten niveau übereinstimmen. So bleibt ihr nicht hinter den Anforderungen zurück, schießt aber auch nicht über das Ziel hinaus.

Dabei sollte man den übermäßigen Ehrgeiz der eher perfektionistischen Mitglieder der Gruppe zügeln, aber auch keinen Pfusch abliefern, sondern die Gelegenheit nutzen, um sich zu profilieren. Schätzt die Zielsetzung für die Arbeit richtig ein. Solange die euch aufgetragene Gruppenarbeit keine nobelpreisverdächtige Doktorarbeit sein muss, verausgabe dich nicht mit etwas zu Umfangreichen oder Perfekten,  wenn dir dazu die Zeit oder die Unterstützung deiner Gruppenmitglieder fehlt.

Achtet darauf, dass alle den Abgabetermin kennen. Vereinbart ein neues Treffen in den nächsten Tagen oder ein paar Tage vor dem Endtermin (der heute auf Neudeutsch überall deadline genannt wird, aber schon immer einfach der Abgabetermin war). Auf diese Weise stellt ihr sicher, dass ihr mit allem im Zeitplan liegt und noch Handlungsspielraum habt, falls größere Lücken auftauchen.

Nutzt Videokonferenzen oder Gruppenchats, aber konzentriert euch dabei auf die Aufgabe  – die restlichen Geschichten könnt ihr in eurer Freizeit austauschen. Wenn ihr die Kommunikationskanäle für die Weiterentwicklung der anstehenden Gruppenarbeit (und nicht für andere Zwecke) nutzt, fühlt ihr euch mit Sicherheit effizienter und weniger überladen.

Immer daran denken: Gezielte Kommunikation ja, Hühnerhof nein.

Und übrigens … Zu einer guten Organisation gehört auch die Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen.

Verausgabe dich nach Möglichkeit nicht zu sehr, bemesse deine Kräfte und spare deine Energie für den Rest des Unterrichts. Schlag auch keine Türen hinter dir zu – denn du weißt nie, ob dich nicht irgendwann noch einmal eine Zusammenarbeit mit denselben Teammitgliedern erwartet. Wenn du sie nicht magst, versuche tunlichst, nicht mehr mit ihnen zusammenzutreffen. Für alle Fälle solltest du es dir aber nicht mit ihnen verscherzen, denn vielleicht brauchst du irgendwann ihre Hilfe.

Teamwork erfordert Geduld

Natürlich macht es keinen Spaß, auf andere zu warten. Schließlich hat niemand behauptet, das Miteinander und die Anpassung an andere seien einfach. Aber schon der gute alte Darwin drückte es ganz deutlich aus: Anpassen oder aussterben …  und schließlich kommt man um die Abgabe der Arbeit nicht herum, ganz egal wie gut das Tempo der einzelnen Teammitglieder mit dem der anderen harmoniert.

Nicht jeder ist wie du und du bist nicht wie die anderen. Solange die Leute nicht übermäßig geruhsam sind, versuche, das Tempo der anderen zu respektieren. Denn deine Art und Weise, die Dinge zu handhaben, muss nicht die einzig richtige sein. Wenn es dir zu viel wird, denk einfach daran, dass es normalerweise feste Abgabetermine gibt, die allen bekannt sind. Bei guter Organisation sind diese Termine – mit gewissen Ausnahmen – in der Regel realistisch. Wenn du zu den eiligen Zeitgenossen gehörst, so nimm dir folgende Volksweisheit zu Herzen: Gut Ding will Weile haben.

Sei kooperativ und flexibel, nutze deine Kommunikationskanäle auf effiziente Weise, um die Gruppe nicht mit Unnützem zu überladen

Und schließlich gilt: Für Geduld und gezielte Kommunikation ist eine deiner absoluten Top-Kompetenzen, nämlich Flexibilität, gefragt. Geduld erlangst du erst, wenn du deine eigene Unruhe „loslässt“  und zu akzeptieren lernst, dass das Leben nicht immer nach deinen Wünschen abläuft. Außerdem kannst du keine nützlichen Botschaften konstruktiv übermitteln, wenn du deine Aussage nicht an die anstehende Aufgabe und vor allem an das Publikum anpasst.

Kooperation

Jede Gruppe hat ihren Anführer, aber ebenso hat sie auch Drückeberger.

Die Anführer werden in der Regel besonders geschätzt, weil sie einen großen Beitrag zum Erfolg der Arbeit leisten. Weniger beliebt sind die Drückeberger, die die Gruppe bremsen und sich nicht an Vereinbarungen halten. Du gehörst vielleicht nicht zu den Menschen, die ihr Team zum ultimativen Erfolg führen, aber bitte sei zumindest keiner von denen, die als ständiger Hemmschuh deren Gelingen behindern.

Dies sollte sich eigentlich von selbst verstehen, aber dennoch kann ein Hinweis nicht schaden, denn manchmal vergisst man das Augenscheinliche am schnellsten.

Trage deinen Teil bei und versuche, pünktlich zu den anberaumten Treffen zu erscheinen. Arbeite nicht nachlässig und biete anderen deine Hilfe bei ihrem Teil der Aufgaben an. Auch das ist Führungsarbeit, und wenn alle in der Gruppe (wenn auch nur zeitweise) mit dieser Einstellung ans Werk gehen, werdet ihr schneller und müheloser fertig und schafft – wer hätte das gedacht! – eine weitaus bessere Arbeit.