{"id":96,"date":"2023-05-23T08:35:52","date_gmt":"2023-05-23T08:35:52","guid":{"rendered":"https:\/\/ifeelonline.com\/de\/?p=96"},"modified":"2023-05-23T08:37:42","modified_gmt":"2023-05-23T08:37:42","slug":"selbstkonzept-wer-bist-du","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ifeelonline.com\/de\/selbstkonzept-wer-bist-du\/","title":{"rendered":"Selbstkonzept: Wer bist du?"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie der Name schon sagt, ist das Selbstkonzept ganz w\u00f6rtlich das Konzept, das wir von uns selbst haben. Also wie wir uns selbst definieren, welche Eigenschaften uns ausmachen, welche Vorstellung wir davon haben, was oder wer wir sind. Das Selbstkonzept steht demnach im Zusammenhang mit der Identit\u00e4t, d.&nbsp;h. damit, wer ich zu sein glaube oder welche \u201eDinge\u201c ich zu sein glaube. Ganz entspricht es ihr jedoch nicht, denn die Identit\u00e4t ist etwas umfassender.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Selbstkonzept und Selbstwertgef\u00fchl<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Beide sind Teil unserer Identit\u00e4t und eng miteinander verbunden. Vereinfacht k\u00f6nnte man sagen, dass <a href=\"https:\/\/ifeelonline.com\/que-es-la-autoestima-y-como-potenciarla\/\">das Selbstwertgef\u00fchl die positive oder negative Bewertung<\/a> der in unserem Selbstkonzept verankerten Eigenschaften ist. So gesehen ist das Selbstwertgef\u00fchl also das Produkt unseres Urteils \u00fcber das, was wir an uns m\u00f6gen und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In Wirklichkeit ist das Selbstwertgef\u00fchl jedoch wesentlich tiefgreifender und&nbsp;\u2013 psychologisch gesehen&nbsp;\u2013 komplexer als das, was im allgemeinen Sprachgebrauch auf \u201esich m\u00f6gen oder nicht m\u00f6gen\u201c reduziert wird. Genau genommen ist das Selbstwertgef\u00fchl eines Menschen seine Vorstellung dar\u00fcber, ob er es verdient, geliebt zu werden oder nicht. Der Begriff \u201egeliebt\u201c sollte dabei jedoch nicht nur im \u201eromantischen\u201c Sinne, sondern in einem weiteren Kontext verstanden werden&nbsp;\u2013 das Gef\u00fchl einer Person, dass sie es verdient, gesch\u00e4tzt, best\u00e4tigt, anerkannt, umsorgt, integriert, akzeptiert usw. zu werden. Anders erkl\u00e4rt geht diese Auffassung, etwas verdient zu haben, mit der Erwartung einher, dass andere mich lieben werden. Wenn ich mich f\u00fcr wertvoll halte, mein Selbstwertgef\u00fchl also einigerma\u00dfen hoch ist, dann glaube ich, dass andere mich genauso betrachten und kann so mit Sicherheit, Zuversicht und einer positiven Einstellung durchs Leben gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserer inneren Realit\u00e4t <em>existieren<\/em> Selbstwertgef\u00fchl und Selbstkonzept nebeneinander. Jetzt stellen wir sie aber getrennt dar, um sie besser analysieren zu k\u00f6nnen. Dadurch k\u00f6nnen wir feststellen, dass diese beiden Selbstbezugnahmen in sehr unterschiedliche Bereiche fallen. Wenn ich zum Beispiel sage: \u201eIch bin 1,70&nbsp;m gro\u00df\u201c, spreche ich ganz klar \u00fcber eine Eigenschaft meines Selbstkonzepts, ohne diese zu bewerten: 1,70&nbsp;m gro\u00df zu sein, ist eine objektive Tatsache, die mich definiert, unabh\u00e4ngig davon, ob ich sie nun mag oder nicht&nbsp;\u2013 damit w\u00fcrden wir n\u00e4mlich in den Bereich des Selbstwertgef\u00fchls \u00fcbergehen. Wenn ich aber sage: \u201eIch bin ein gro\u00dfartiger Mensch\u201c, dann handelt es sich gleichzeitig um Selbstkonzept und Selbstwertgef\u00fchl, denn ein gro\u00dfartiger Mensch zu sein, ist etwas, das mich meiner Meinung nach definiert (Selbstkonzept), aber auch eine Bewertung, also ein in diesem Fall positives Urteil (Selbstwertgef\u00fchl), einschlie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Selbstkonzept ergibt sich aus einem st\u00e4ndigen Zusammenspiel von \u00e4u\u00dferen und inneren Faktoren.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits kann es dabei auch zu Widerspr\u00fcchen kommen. Ich kann sagen: \u201eIch bin h\u00e4sslich, mein Gesicht ist unansehnlich&nbsp;&#8230; und das ist okay, mich st\u00f6rt das nicht. Ich liebe mein Gesicht, es ist anders und speziell und verleiht mir Pers\u00f6nlichkeit\u201c. Anders ausgedr\u00fcckt: Eine negative Bewertung einer Eigenschaft bedeutet nicht zwangsl\u00e4ufig ein schlechtes Selbstwertgef\u00fchl in diesem Bereich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gutes Selbstkonzept, schlechtes Selbstkonzept<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wir sprechen von Menschen oft als vielschichtig oder komplex mit einem gro\u00dfartigen \u201einneren Wesen\u201c. Andere wiederum bezeichnen wir eher als Menschen mit einem schwachen Selbstkonzept&nbsp;\u2013 weil sie sich nicht gut selbst beobachten und reflektieren k\u00f6nnen, weil sie unbeweglich sind, weil sie kein hohes Bildungsniveau haben, weil sie eine schwache oder unreife Pers\u00f6nlichkeit haben, weil sie das sind, was man umgangssprachlich \u201eeinfach gestrickt\u201c nennt, usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Angenommen, ich mache eine Liste mit den Eigenschaften, die mich ausmachen und etwas dar\u00fcber aussagen, was oder wer ich bin. Wenn die Liste nur 4 statt 40&nbsp;Punkte hat, scheint das Selbstkonzept nicht sehr breit und umfangreich zu sein. Enth\u00e4lt die Liste hingegen 40&nbsp;Merkmale, die jedoch nur eine oder zwei Facetten betreffen (beispielsweise das Aussehen oder den Beruf), scheint das Selbstkonzept auch nicht sehr umfangreich zu sein. In beiden F\u00e4llen w\u00e4re es vielleicht aufschlussreich, uns selbst etwas genauer zu betrachten, aufmerksamer zu sein, um mehr Eigenschaften zu entdecken, um zu erkennen, wie komplex wir sind und uns nicht auf vier Merkmale zu reduzieren. Bzw. auf die vier Dinge, die man uns \u00fcber uns selbst beigebracht hat, die wir zu sein gelernt haben und die wir immer wieder nachplappern, als w\u00e4ren sie die einzige Wahrheit \u00fcber uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich empfiehlt sich das unbedingt, denn wenn ich ein schlechtes, aber gut bewertetes Selbstkonzept habe, macht das vielleicht nichts. Wenn ich mich aber nur durch wenige Dinge definiere und diesen obendrein wenig Wert beimesse oder wenn andere dazu \u00fcbergehen, ihnen wenig Wert beizumessen, dann gehe ich mit Sicherheit baden, weil ich alle Eier meines Selbstwertgef\u00fchls in einen Korb gelegt habe und dieser Korb kaputt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Definiere ich mich zum Beispiel nur \u00fcber meinen Beruf, kann das f\u00fcr mich gut gehen, solange ich arbeite und solange ich mich als Arbeitskraft sch\u00e4tze bzw. andere das tun. Sobald ich jedoch in den Ruhestand gehe, bin ich \u201everschwunden\u201c, h\u00f6re auf, wertvoll zu sein, was verheerende Folgen haben kann. Das Gleiche gilt, wenn ich mich nur in k\u00f6rperlichen Dimensionen betrachte: Was ist, wenn das nicht richtig gesch\u00e4tzt wird? Was passiert, wenn ich aus irgendeinem Grund keinen Erfolg mehr als k\u00f6rperlich attraktive und begehrenswerte Person habe? Dann w\u00e4re \u201ealles an mir\u201c falsch und ich w\u00fcrde verschwinden, nur wegen einer verzerrten und vereinfachten Sicht auf die Person, die ich bin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der konstruktive Blick des anderen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wird unser Selbstkonzept dadurch gepr\u00e4gt, was andere von uns denken? Nat\u00fcrlich. Unsere Identit\u00e4t&nbsp;\u2013 die sowohl das Selbstkonzept als auch das Selbstwertgef\u00fchl umfasst&nbsp;\u2013 basiert auf dem, was die Menschen um uns herum uns von klein auf sagen. Du bist ein Mann, du bist Deutscher, du bist gutaussehend, du bist b\u00f6se, du bist ein guter Freund, du bist nicht gut im Sport, du bist mein Sohn, du bist der \u00c4lteste, du wirst es zu etwas bringen, du wirst studieren usw. Sp\u00e4ter wird dieses \u201eGeb\u00e4ude\u201c durch die \u00fcbrigen Lebenserfahrungen und durch die Art und Weise, wie jeder von uns all diese Einfl\u00fcsse verarbeitet, ausgeschm\u00fcckt. Wir alle nehmen \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse auf, aber wir verarbeiten sie mit unseren eigenen Mitteln und haben so nat\u00fcrlich auch einen gro\u00dfen Einfluss auf unser Selbstkonzept. Unser Selbstkonzept ist demzufolge das Resultat eines st\u00e4ndigen Zusammenspiels von \u00e4u\u00dferen und inneren Faktoren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass wir bei unserer Entscheidung, wer wir sind, sehr stark von dem beeinflusst werden, was unsere Familien, Freundinnen, Lehrer, Partner und Arbeitskolleginnen uns dar\u00fcber sagen, wer wir sind. In manchen F\u00e4llen kann sich im Laufe der Zeit oder unter verschiedenen Menschen in unserem Umfeld ein starker Konsens dar\u00fcber bilden. In anderen F\u00e4llen haben andere Menschen in unserem Leben unterschiedliche Vorstellungen davon, wer wir sind oder wie wir sind, und geben diese an uns weiter. Solche Kontroversen sind normal und sogar erw\u00fcnscht&nbsp;\u2013 es w\u00e4re schrecklich, wenn alle uns sagen w\u00fcrden, wir seien furchtbar, und wir keine alternative Meinung von au\u00dfen h\u00e4tten. Wir sind nie bei allen anderen genau \u201edieselbe Person\u201c, wir haben unterschiedliche Rollen in unserem Leben und \u00e4ndern auch selbst unser Verhalten und damit unser Selbstkonzept.<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss dabei bedenken, dass sich einige Teile des Selbstkonzepts&nbsp;\u2013 oder anders gesagt, der Identit\u00e4t&nbsp;\u2013 im Laufe der Zeit ver\u00e4ndern, w\u00e4hrend andere im Laufe des Lebens best\u00e4ndig bleiben. So f\u00fchlt man sich beispielsweise immer dem gleichen Geschlecht zugeh\u00f6rig, man tr\u00e4gt immer seinen Namen (sofern man ihn nicht \u00e4ndert und beschlie\u00dft, von nun an die Person mit diesem Namen zu sein), man ist stets an einem bestimmten Ort zu Hause (das Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl zu einem Ort kann nat\u00fcrlich variieren, ist jedoch im allgemeinen relativ best\u00e4ndig), aber genauso wie man eine Zeit lang Lehrerin war, ist man es jetzt nicht mehr, man ist Rentner, oder vielleicht war man fr\u00fcher kein Vater und ist es jetzt. Einige Facetten ver\u00e4ndern sich, w\u00e4hrend andere im Laufe der Zeit gleich oder relativ best\u00e4ndig bleiben.<\/p>\n\n    <div class=\"xs_social_share_widget xs_share_url after_content \t\tmain_content  wslu-style-1 wslu-share-box-shaped wslu-fill-colored wslu-none wslu-share-horizontal wslu-theme-font-no wslu-main_content\">\n\n\t\t\n        <ul>\n\t\t\t        <\/ul>\n    <\/div> \n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der Name schon sagt, ist das Selbstkonzept ganz w\u00f6rtlich das Konzept, das wir von uns selbst haben. Also wie wir uns selbst definieren, welche Eigenschaften uns ausmachen, welche Vorstellung wir davon haben, was oder wer wir sind. 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