{"id":108,"date":"2023-05-23T08:35:52","date_gmt":"2023-05-23T08:35:52","guid":{"rendered":"https:\/\/ifeelonline.com\/de\/?p=108"},"modified":"2023-05-23T08:39:08","modified_gmt":"2023-05-23T08:39:08","slug":"ist-meine-traurigkeit-normal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ifeelonline.com\/de\/ist-meine-traurigkeit-normal\/","title":{"rendered":"Ist meine Traurigkeit normal?"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Alltag erleben wir ein breites Spektrum an Emotionen und eine davon ist Traurigkeit. Obwohl die Bandbreite an Gef\u00fchlen sehr gro\u00df ist, gibt es sechs \u201eGrundemotionen\u201c, die in der nat\u00fcrlichen Entwicklung eines jeden Menschen unabh\u00e4ngig von Herkunft, Kultur und Zeit auftreten. Zu diesen sechs Emotionen geh\u00f6ren neben Traurigkeit auch Freude, Angst, Wut, Ekel und \u00dcberraschung. Sie alle sind f\u00fcr unser pers\u00f6nliches und soziales Leben unerl\u00e4sslich.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch wenn diese Gef\u00fchle aufgrund bestimmter Eigenschaften f\u00fcr unser Leben n\u00fctzlich sind, k\u00f6nnen sie zu gewissen Zeiten oder Situationen dysfunktional oder sogar pathologisch werden. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen einem normalen und einem pathologischen Gef\u00fchl zu kennen, damit man wei\u00df, wann man zu dessen Bew\u00e4ltigung Hilfe in Anspruch nehmen muss. Diese Hilfe kann das Aufsuchen einer Fachkraft sein, etwa eines Arztes oder einer Psychologin.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle sollte man sich vor Augen halten, dass alle Emotionen eine Funktion erf\u00fcllen, sowohl die angenehmen \u2013 wie Freude \u2013 als auch die unangenehmen, darunter Traurigkeit, Angst und Wut. Jede Emotion regt uns dazu an, das zu tun, was f\u00fcr uns in der jeweiligen Situation am sinnvollsten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Artikel geht es speziell um eine Emotion: die Traurigkeit. Traurigkeit ist ein unangenehmes und unbehagliches Gef\u00fchl. Sie geht einher mit negativer Stimmung, fehlender Motivation und Energielosigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir Schwierigkeiten haben, unsere eigene Traurigkeit zu ertragen, f\u00e4llt es uns wahrscheinlich auch schwer, mit der Traurigkeit anderer umzugehen. Deshalb h\u00f6rt man h\u00e4ufig S\u00e4tze wie \u201eKopf hoch\u201c, \u201eNicht weinen\u201c, \u201eWeinen bringt auch nichts\u201c, \u201eDas ist es nicht wert\u201c, \u201eDu solltest rausgehen und dich einfach am\u00fcsieren\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese S\u00e4tze sind jedoch v\u00f6llig nutzlos. Tats\u00e4chlich hat Traurigkeit eine wichtige Funktion f\u00fcr unser Wohlbefinden, da sie uns zum Nachdenken und zur Analyse einer unerfreulichen Situation anregt. Schauen wir uns das anhand eines Beispiels genauer an. Nehmen wir an, wir haben eine Trennung hinter uns. Es ist ganz normal, in einer solchen Situation traurig zu sein. Diese Traurigkeit weckt die Aufmerksamkeit unseres Umfelds, was wiederum zu F\u00fcrsorge und Zuwendung in Zeiten der Verletzlichkeit f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt, wo wir wissen, wie wichtig Traurigkeit f\u00fcr ein gesundes Gleichgewicht ist, wollen wir kl\u00e4ren, wie sie sich von einer Depression unterscheidet. Eine Depression ist eine Stimmungsst\u00f6rung bestehend aus einer Reihe von Symptomen wie Apathie, Unlust, Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit und einem subjektiven Gef\u00fchl des Unbehagens und der Hilflosigkeit angesichts der Herausforderungen des Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Merkmale einer Depression k\u00f6nnen also mit Traurigkeit verwechselt werden. Der entscheidende Unterschied zwischen pathologischen und normalen Emotionen findet sich in der Ursache der Stimmung, ihrer Intensit\u00e4t und dem Grad der funktionellen und sozialen Beeintr\u00e4chtigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Ursachen gehen wir nun im Einzelnen ein:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ursache und Wirkung: Normalerweise sind unsere Gef\u00fchle eine Reaktion auf ein Ereignis. Wenn man zum Beispiel nachts zu Hause ein seltsames Ger\u00e4usch h\u00f6rt, bekommt man Angst. Im Falle einer dysfunktionalen Emotion hingegen empfinden wir ein Gef\u00fchl ohne einen klaren Ausl\u00f6ser. So kann jemand z.&nbsp;B. deprimiert sein und keinen ersichtlichen Grund f\u00fcr diese Traurigkeit finden.<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00e4ufigkeit und Intensit\u00e4t: Im Laufe des Tages erleben wir verschiedene Gef\u00fchle mit begrenzter Intensit\u00e4t und Dauer. Wenn ein Gef\u00fchl sehr intensiv ist und lange anh\u00e4lt, handelt es sich m\u00f6glicherweise um eine st\u00e4rkere emotionale St\u00f6rung. Daher ist der Leidensdruck viel gr\u00f6\u00dfer.<\/li>\n\n\n\n<li>Grad der Beeintr\u00e4chtigung: Stimmungsst\u00f6rungen haben einen gro\u00dfen Einfluss auf das Leben der Betroffenen. Im Gegensatz zu gesunden Emotionen, mit denen wir unseren Alltag normal bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen, f\u00fchren pathologische Emotionen zu einer ernsthaften Beeintr\u00e4chtigung der Lebensqualit\u00e4t, und zwar nicht nur des emotionalen und kognitiven Wohlbefindens, sondern auch der k\u00f6rperlichen Gesundheit.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Abgesehen davon, wie wir Emotionen erleben, sind auch die Strategien, die wir zur Bew\u00e4ltigung schwieriger Situationen einsetzen, von entscheidender Bedeutung. Grob gesagt kann man zwischen der Reaktion des Gr\u00fcbelns und der Reaktion des Vermeidens oder Ablenkens unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Reaktion durch Gr\u00fcbeln werden die Ursachen der jeweiligen Stimmung immer wieder thematisiert, ohne dass etwas unternommen wird. Reagiert man hingegen in Form von Ablenkung, besch\u00e4ftigt man sich mit vergn\u00fcglichen Aktivit\u00e4ten, die die Aufmerksamkeit von der Emotion ablenken. Grunds\u00e4tzlich ist festzuhalten, dass keine der beiden Reaktionen besser oder schlechter als die andere ist. Je nach dem Ereignis, das es zu bew\u00e4ltigen gilt, kann sich jede der beiden Reaktionen als mehr oder weniger geeignet erweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Falle einer Depression belegen verschiedene Studien, dass eine gr\u00fcblerische Reaktion f\u00fcr Patienten sch\u00e4dlicher ist, w\u00e4hrend sich die ablenkende Reaktion, die uns eher zum Handeln veranlasst, als effektiver erwiesen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die F\u00e4higkeit, unsere Emotionen<a href=\"https:\/\/ifeelonline.com\/como-regulamos-nuestras-emociones\/\"> <\/a>und die der anderen Menschen zu erkennen, zu verarbeiten, zu verstehen und zu steuern, bestimmt in hohem Ma\u00dfe die Lebensqualit\u00e4t. Gem\u00e4\u00df John Mayer und Peter Salovey, den Vordenkern auf dem Gebiet der emotionalen Intelligenz, ist diese F\u00e4higkeit ein wichtiger Schutz gegen schwierige Lebenssituationen einschlie\u00dflich Depressionen.<\/p>\n\n    <div class=\"xs_social_share_widget xs_share_url after_content \t\tmain_content  wslu-style-1 wslu-share-box-shaped wslu-fill-colored wslu-none wslu-share-horizontal wslu-theme-font-no wslu-main_content\">\n\n\t\t\n        <ul>\n\t\t\t        <\/ul>\n    <\/div> \n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Alltag erleben wir ein breites Spektrum an Emotionen und eine davon ist Traurigkeit. Obwohl die Bandbreite an Gef\u00fchlen sehr gro\u00df ist, gibt es sechs \u201eGrundemotionen\u201c, die in der nat\u00fcrlichen Entwicklung eines jeden Menschen unabh\u00e4ngig von Herkunft, Kultur und Zeit auftreten. Zu diesen sechs Emotionen geh\u00f6ren neben Traurigkeit auch Freude, Angst, Wut, Ekel und \u00dcberraschung. 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