{"id":102,"date":"2023-05-23T08:35:52","date_gmt":"2023-05-23T08:35:52","guid":{"rendered":"https:\/\/ifeelonline.com\/de\/?p=102"},"modified":"2023-05-23T08:37:43","modified_gmt":"2023-05-23T08:37:43","slug":"warum-man-lernen-muss-anderen-zuzuhoeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ifeelonline.com\/de\/warum-man-lernen-muss-anderen-zuzuhoeren\/","title":{"rendered":"Warum man lernen muss, anderen zuzuh\u00f6ren"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine der wichtigsten Herausforderungen in zwischenmenschlichen Beziehungen ist es, zu lernen, anderen zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft hei\u00dft es, dass man beim Reden nicht zuh\u00f6ren kann, aber es stimmt auch, dass menschliche Kommunikation beides erfordert. Was ist mit dir? Redest du eher oder h\u00f6rst du eher zu?<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Menschen neigen von Natur aus dazu, sich auszudr\u00fccken, zu verbalisieren und die verschiedenen Ereignisse ihres Lebens offen mit anderen zu teilen. Andere hingegen sind zur\u00fcckhaltender und verschlossener. Aus verschiedenen Gr\u00fcnden verbleiben sie lieber in einer scheinbar zweitrangigen Rolle: der des Zuh\u00f6rers und stillen Beobachters.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Regel wechseln die Menschen zwischen diesen zwei Facetten ab, denn beide sind f\u00fcr eine normale Beziehung zu anderen wichtig. Ein effektives Gespr\u00e4ch kann weder nur aus einseitigen Monologen bestehen noch aus Monologen beider Gespr\u00e4chspartner, die sich einfach abwechseln. Nicht umsonst werden Gespr\u00e4che auch \u201eDialoge\u201c genannt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Reden lernen, zuh\u00f6ren lernen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Reden und Zuh\u00f6ren sind Bestandteil unseres Lebens, doch welches von beiden liegt uns mehr? Womit f\u00fchlen wir uns wohler?<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint, dass wir im Allgemeinen lieber reden als zuh\u00f6ren. Reden ist oft weniger anstrengend als Zuh\u00f6ren und gibt uns in der Situation au\u00dferdem eine wichtige Rolle, n\u00e4mlich die Hauptrolle. Das st\u00e4rkt unser Selbstwertgef\u00fchl enorm, man k\u00f6nnte auch sagen, es ist \u201eerfrischend\u201c f\u00fcr unser Ego und unbedingt notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Grunde ist daran nichts auszusetzen, solange es auf eine ausgewogene Art und Weise stattfindet. Reden ist unser fortschrittlichstes Mittel, um mit anderen in Kontakt zu treten. Es ist wichtig f\u00fcr uns, unsere Bed\u00fcrfnisse und Meinungen mitzuteilen und anderen zu erz\u00e4hlen, was uns widerf\u00e4hrt, oder sie zu beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuh\u00f6ren wiederum ist wichtig, um herauszufinden, wer die andere Person ist und was sie uns \u00fcber sich selbst und \u00fcber uns zu sagen hat. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir sie kennenlernen und ihr&nbsp;\u2013 ganz ohne Worte&nbsp;\u2013 zeigen, dass sie uns wichtig ist, zumindest in diesem Moment. Anders gesagt bedeutet das, dass wir unser Gegen\u00fcber anerkennen, indem wir ihm zuh\u00f6ren und ihm einen Platz einr\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen wir nichts Interessantes in Erfahrung bringen, wenn wir nicht aufmerksam genug zuh\u00f6ren. Dazu m\u00fcssen wir, wie eingangs erw\u00e4hnt, bedenken, dass wir beim Reden nicht zuh\u00f6ren k\u00f6nnen. Deshalb muss bei der Kommunikation ein Gleichgewicht zwischen den beiden Komponenten herrschen. Ein echtes Gespr\u00e4ch ist ein Dialog und keine Aneinanderreihung kurzer Monologe.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Reden und Zuh\u00f6ren \u00fcber soziale Netzwerke<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Moderne Technologien, vor allem soziale Netzwerke und die verschiedenen Apps, \u00fcber die man miteinander kommunizieren kann, haben inzwischen einen enormen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir uns unterhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher erfolgte die menschliche Kommunikation&nbsp;\u2013 abgesehen von Post und Telegrammen&nbsp;\u2013 stets m\u00fcndlich, w\u00e4hrend die heutigen Kommunikationstechnologien die schriftliche Kommunikation in Echtzeit mit zahlreichen Erg\u00e4nzungen und Zus\u00e4tzen erm\u00f6glichen: Sprachnachrichten, GIF-Formate, Icons, Dateien&nbsp;&#8230; Das hat gro\u00dfe Auswirkungen auf die Effektivit\u00e4t der Kommunikation, zum Beispiel darauf, wie verst\u00e4ndlich oder unverst\u00e4ndlich eine Nachricht ist, sowohl in unseren pers\u00f6nlichen Beziehungen als auch bei der <a href=\"https:\/\/ifeelonline.com\/tipos-de-comunicacion-interna\/\">Kommunikation am Arbeitsplatz<\/a>. Die Technologie hat auch einen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir miteinander reden und einander zuh\u00f6ren bzw. wie wir uns gegenseitig lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits erfordert Zuh\u00f6ren gen\u00fcgend Zeit und Ruhe, um den Ausf\u00fchrungen des Gegen\u00fcbers best\u00e4ndig Aufmerksamkeit zu schenken, um den Inhalt ausreichend zu erfassen und richtig zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles, was auf Beschleunigung ausgerichtet ist, behindert diesen Prozess oder macht ihn oberfl\u00e4chlicher. So lernen wir nicht, mit der notwendigen Sorgfalt und W\u00e4rme zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch Technologie, eine st\u00e4ndige und manchmal schwindelerregende Aktivit\u00e4t sowie die Nutzung sozialer Netzwerke werden Informationsfluss und \u00dcbergang von einem Reiz zum n\u00e4chsten stark beschleunigt. Wir lernen nicht, innezuhalten oder unsere Aufmerksamkeit auf das zu richten, was unser Gegen\u00fcber sagt, sondern genau das Gegenteil, n\u00e4mlich schnell von einem Input zum n\u00e4chsten zu springen. Das hat nat\u00fcrlich in vielerlei Hinsicht seine Vorteile, kann sich aber negativ auf die F\u00e4higkeit auswirken, der Person \u201evor uns\u201c mit echter Aufmerksamkeit und Pr\u00e4senz zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was tun, wenn dein Gegen\u00fcber nicht aufh\u00f6rt zu reden?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In gewisser Weise offenbaren Menschen, die andere systematisch nicht zu Wort kommen lassen, ihren eigenen Egoismus. Egoismus \u00e4u\u00dfert sich nicht immer auf diese Weise, aber definitiv dann, wenn wir der anderen Person nicht zuh\u00f6ren, sie h\u00e4ufig unterbrechen und nicht auf das eingehen, was sie uns sagt, sondern versuchen, alles, was wir zu sagen haben, selbst in das Gespr\u00e4ch einzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir nicht gelernt haben, zuzuh\u00f6ren, konzentrieren wir uns einzig und allein auf unser Bed\u00fcrfnis zu sprechen und geh\u00f6rt zu werden&nbsp;\u2013 was nicht genau dasselbe ist&nbsp;\u2013 und nicht so sehr auf die Bed\u00fcrfnisse des anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mensch, der nicht in der Lage ist zuzuh\u00f6ren und sich nur auf das Reden beschr\u00e4nkt, ist von der Au\u00dfenwelt&nbsp;\u2013 in diesem Fall von seiner Gespr\u00e4chspartnerin&nbsp;\u2013 abgekoppelt und nur mit sich selbst vernetzt. Alles dreht sich um ihn, er denkt, er verdiene alle Zeit der Welt und verh\u00e4lt sich wenig einf\u00fchlsam. Eine solche Person zeigt wenig Interesse an dem, was ihrem Gegen\u00fcber widerf\u00e4hrt. Sie k\u00fcmmert sich daher nicht um die anderen, sondern nimmt den ganzen Raum f\u00fcr sich selbst in Anspruch.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem gibt es Menschen, die so schnell und impulsiv sind, dass sie andere nicht aus B\u00f6swilligkeit unterbrechen, sondern einfach aus Unachtsamkeit, weil sie weder mit sich selbst noch mit der Au\u00dfenwelt harmonisch verbunden sind. Auch diese Menschen m\u00fcssen lernen zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu guter Letzt w\u00e4re da noch eine narzisstische Komponente, die umgangssprachlich als \u201esie oder er h\u00f6rt sich gerne selbst reden\u201c bezeichnet wird. Diese Menschen finden es besonders toll, dass man ihrem Redefluss zuh\u00f6rt, der tats\u00e4chlich eher einem Vortrag (einseitig) als einem Gespr\u00e4ch (beidseitig) gleicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie k\u00f6nnen wir daf\u00fcr sorgen, dass nicht nur unser Gegen\u00fcber spricht?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Mit Durchsetzungsverm\u00f6gen und anderen Kommunikationsf\u00e4higkeiten. Das kann auf sehr subtile Weise geschehen, zum Beispiel indem du nicht aufgibst und das Gespr\u00e4ch einfach immer wieder auf den Punkt zur\u00fcckf\u00fchrst, an dem du unterbrochen wurdest. F\u00fcr den Fall der F\u00e4lle kann man sogar eine freundliche Aufforderung hinzuf\u00fcgen, um weitere Unterbrechungen zu vermeiden: \u201eDazu kommen wir gleich, aber zuerst m\u00f6chte ich auf das zur\u00fcckkommen, was ich vorhin angesprochen habe\u201c, \u201eLass mich bitte meinen Satz kurz zu Ende bringen, ich wollte noch etwas hinzuf\u00fcgen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus kannst du auch der anderen Person die M\u00f6glichkeit geben, alles rauszulassen, was sie zu sagen hat, damit du dir danach im Gespr\u00e4ch mehr Raum nehmen kannst. Bei wichtigen Situationen oder Menschen besteht eine dritte M\u00f6glichkeit darin, der Person zuzuh\u00f6ren&nbsp;\u2013 auch wenn sie uns nicht zuh\u00f6rt&nbsp;\u2013, um besser zu verstehen, warum sie den ganzen Raum im Gespr\u00e4ch einnimmt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn uns die Situation oder die Person hingegen nicht so wichtig ist, kann es sinnvoller sein, aufzugeben und keine Energie darauf zu verwenden, mit jemandem zu kommunizieren, der nicht mit uns kommunizieren will oder im Moment einfach nicht f\u00fcr eine Kommunikation mit uns offen ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wenn wir zu viel reden<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Erkenntnis, dass wir dazu neigen, das Gespr\u00e4ch zu monopolisieren und dass wir lernen m\u00fcssen, besser zuzuh\u00f6ren, ist bereits ein bedeutender Schritt. Der n\u00e4chste Schritt ist, sich entsprechend zu verhalten. Versuche, das Tempo zu drosseln, achte darauf, dass du der Person als Erstes ein wenig Zeit einr\u00e4umst, sie fragst, wie es ihr geht, ihren Themen folgst und \u00fcber sie sprichst, auch wenn du sie dabei vielleicht unterbrichst. Auf diese Weise hat unsere Gegen\u00fcber nicht das Gef\u00fchl, dass ihr oder ihm nicht zugeh\u00f6rt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder man macht es umgekehrt: Wenn du merkst, dass du das Gespr\u00e4ch f\u00fcr eine Weile an dich gerissen hast, h\u00e4ltst du den Mund, sprichst ein neues Thema an, zeigst den anderen, dass du das Wort an sie zur\u00fcckgibst, und folgst ihrem Gespr\u00e4chsfaden. Es geht darum, eine Verbindung zu den anderen herzustellen, nicht sich aus dem Gespr\u00e4ch auszuklinken (vor allem nicht in einer Gruppe, wo es leichter ist, abzuschweifen), nur weil man nicht das Wort hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle m\u00fcssen uns darin \u00fcben, den Drang zu sprechen und \u201eunseren Senf dazuzugeben\u201c zu unterdr\u00fccken, wenn wir das Gef\u00fchl haben, genug gesagt zu haben. Daf\u00fcr gibt es kein Patentrezept, vielmehr gilt es zu lernen, unsere Impulsivit\u00e4t zu kontrollieren und Interesse an anderen zu zeigen. Selbst wenn es nur aus H\u00f6flichkeit ist, solltest du nicht das gesamte Gespr\u00e4ch an dich rei\u00dfen. Man kann Gesprochenes mit \u201estillen Beitr\u00e4gen\u201c zum Gespr\u00e4ch abwechseln. Denn auch w\u00e4hrend wir anderen aufmerksam zuh\u00f6ren, sind wir anwesend.<\/p>\n\n\n\n<p>Soziale und kommunikative F\u00e4higkeiten, darunter auch die Kunst des Redens und des Zuh\u00f6rens, sind entscheidend f\u00fcr gesunde zwischenmenschliche Beziehungen. Wenn du das Gef\u00fchl hast, dir f\u00e4llt das schwer, ist das in Ordnung. Wichtig ist, dass du das Problem erkennst und anf\u00e4ngst, es zu l\u00f6sen.&nbsp;<\/p>\n\n    <div class=\"xs_social_share_widget xs_share_url after_content \t\tmain_content  wslu-style-1 wslu-share-box-shaped wslu-fill-colored wslu-none wslu-share-horizontal wslu-theme-font-no wslu-main_content\">\n\n\t\t\n        <ul>\n\t\t\t        <\/ul>\n    <\/div> \n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der wichtigsten Herausforderungen in zwischenmenschlichen Beziehungen ist es, zu lernen, anderen zuzuh\u00f6ren. 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